Anfang des Jahres erreichten uns Fragen von Schülerinnen und Schülern zur Atomstromproblematik. Hier sind unsere Antworten.   Mehr »

33 Jahre Tschernobyl - 8 Jahre Fukushima… …

 

und immer noch laufen in Deutschland 8 Atomkraftwerke und produzieren laufend Atommüll.

Sowohl Tschernobyl als auch Fukushima galten als „sichere“ Atomkraftwerke – bis die Realität das Gegenteil bewies.

Das AKW Tschernobyl in der Ukraine, in der Nacht auf den 26. April 1986 von einer gewaltigen Explosion regelrecht zerfetzt, ist 1.000 Kilometer weit weg. Doch der Dreck von dort fällt auch in Deutschland vom Himmel herunter. Den Super-GAU, den gibt es also wirklich! Der Boden: kontaminiert. Das Gras: radioaktiv. Die Milch folglich auch. Der Sandkasten wird Sperrzone, die Kinder bleiben drinnen, Schuhe strikt draußen. Haare: täglich waschen. Eigene Ernte? Lieber nicht! Und die Bäuerinnen und Bauern? Pflügen das Gemüse unter. Müssen es wegkippen. Oder verkaufen es doch.

Hat die Welt daraus gelernt?

Am 11. März 2011 um 14.46 Uhr ereignet sich vor der Ostküste Japans, 130 Kilometer östlich von Sendai, ein schweres Seebeben (Stärke 9,0 auf der Richterskala). Die Erdstöße verursachen gravierende Schäden im AKW Fukushima Daiichi, die nachfolgende Flutwelle (Tsunami) verschärft die Situation noch. Stromversorgung und Kühlung aller sechs Reaktoren sowie der sieben Abklingbecken mit hochradioaktiven Brennelementen fallen aus. Die Blöcke 4 bis 6 sind wegen Wartungsarbeiten zufällig außer Betrieb, in den Blöcken 1 bis 3 jedoch scheitern trotz Schnellabschaltung alle Versuche, die Reaktoren ausreichend zu kühlen. In allen drei Reaktoren kommt es deshalb zur Kernschmelze und somit zum Super-GAU – in Block 1 bereits am 12. März, in den Blöcken 2 und 3 wenige Tage später. Explosionen in den Blöcken 1 bis 4 zerstören unter anderem die Gebäudehüllen.

Rund 200.000 Menschen mussten nach Angaben der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) wegen der Atomkatastrophe ihre Heimat verlassen, oftmals binnen weniger Stunden und nur mit den allernötigsten Sachen. Sie verloren Haus, Heimat, Hab und Gut, Arbeitsplatz und sozialen Kontext, bisweilen sogar ihre Existenzgrundlage. Selbst nach offiziellen Angaben werden manche Gebiete auf Dauer unbewohnbar bleiben.

Noch immer sind in Deutschland acht Reaktoren am Netz. In jedem von ihnen kann es jeden Tag zu einem schweren Unfall kommen. Die sechs größten müssen zudem laut Atomgesetz erst 2022 vom Netz gehen. Atomausstieg heißt, alle AKW (und auch die Atomfabriken in Gronau und Lingen) abzuschalten. Davon sind wir immer noch weit entfernt.

URL:http://www.gruene-wesermarsch.de/themen/akw-esenshamm/