Anfrage: Neue Aufgabe für Veterinärämter – mehr Stellen? Wie wird der Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung in Zukunft kontrolliert?

Antibiotikaresistenzen gehören laut des RKI zu der größten medizinischen Herausforderung unserer Zeit. Daher ist die konsequente Kontrolle der Antibiotikagabe in der Landwirtschaft und die damit einhergehende Beratung zur Verbesserung der Tierhaltungsbedingungen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.

Bei der Antibiotikakontrolle in der Nutztierhaltung sollen künftig wieder die Landkreise zuständig sein - und nicht mehr das Land. Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) plant die kommunalen Veterinärämter hierfür von 2022 an in die Pflicht zu nehmen.


2014, vor der Einführung der Antibiotikaüberwachung beim Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), wurden 726 Tonnen Antibiotika in der Niedersächsischen Tierhaltung verbraucht. Von 2018 auf 2019 sank der Einsatz von Antibiotika durch Tierhalter im Bundesland von 429 auf 386 Tonnen.


Antibiotikaresistenzen gehören laut des RKI zu der größten medizinischen Herausforderung unserer Zeit. Antibiotikaresistente Erreger treten verstärkt dort auf, wo viele Antibiotika eingesetzt werden. Das sind Krankenhäuser und die Landwirtschaft. Besonders gefährdet sind Kinder, Senior*innen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr. 600.000 Menschen erkranken im Jahr an multiresistenten Keimen, 20.000 Menschen sterben laut dem RKI daran. Daher ist die konsequente Kontrolle der Antibiotikagabe in der Landwirtschaft und die damit einhergehende Beratung zur Verbesserung der Tierhaltungsbedingungen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Die Landkreise Vechta und Cloppenburg benötigen laut eigener Angaben bis zu fünf zusätzliche Planstellen.

Wie viele Planstellen benötigt der Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser um dasselbe Niveau an Kontrollen wie bisher aufrecht zu halten?

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